Rückgang von Minijobs aufgrund Mindestlohn

In dem Artikel „Die Katastrophe ist ausgeblieben“ zieht die in Freiburg ansässige BadischeZeitung Bilanz nach sechs Monaten Mindestlohn. Sie konstatiert, dass große Jobverluste bisher ausgeblieben seien. Zwar wurde ein verstärkter Rückgang der Minijobs im 1. Quartal festgestellt, der ursächlich auf den Mindestlohn zurückginge, doch seien dadurch mehr sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen worden. Laut der Minijob-Zentrale nahmen die Minijobs im Jahresvergleich um 190.000 Stellen ab.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gab bekannt, dass 2,8 Millionen Menschen am Monatsende aufgrund des Mindestlohns mehr auf dem Konto haben. Im Schnitt seien das 30 %. Das Institut sagte aber nicht, wie es bei den übrigen 70% der geringfügig Beschäftigten aussieht.

Nach wie vor umgehen ArbeitgeberInnen das Mindestlohngesetz. Für
ArbeitgeberInnen sind Minijobs „eine Form staatlich zugelassener
Schwarzarbeit.“ Dabei subventioniert der Staat den Niedriglohnsektor aus Steuermitteln zusätzlich für all die AufstockerInnen, die von ihrem kargen Lohn nicht leben können und HartzIV beantragen müssen. Weitaus die meisten ArbeitgeberInnen drücken sich davor elementare Arbeitsrechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub und Urlaubsgeld oder die Bezahlung von Probearbeit zuzulassen. Dabei nutzen sie z. T. geschickt „Vergünstigungen“ wie insgeheim bezahlte Mehrarbeit, die natürlich nicht auf den offiziellen Stundenabrechnungen erscheint, als Druckmittel mit Erpressungspotential aus.

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