MinijobberIn besteh‘ auf dein Recht (3): Heute Probearbeit muss bezahlt werden.

Nach deutscher Rechtslage gibt es keine unbezahlte Arbeit. Nach §612 des BGB gilt eine Vergütung „als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist.“ Wenn der/die Arbeitende die vereinbarte Arbeitsleistung vollbracht hat, muss der/die ArbeitgeberIn zahlen. Unabhängig davon wie das Arbeitsverhältnis genannt wird. Ob Probearbeit oder Einarbeitung geleistet wurde, und egal ob es danach zu einem regulären Arbeitsverhältnis kommt, ist die Arbeit zu entlohnen.

Ein praktisches Beispiel für solch einen Fall spielte sich in Jena ab. Bei der Bäckereikette Backwerk forderte eine Arbeitnehmerin den ihr zustehenden Lohn aus einer Probearbeitsschicht.
Nachdem sie eine 7,5-stündige Probeschicht in einer Backwerk-Filiale abgelegt hatte, forderte sie mit Hilfe der Basisgewerkschaft FAU Jena ihren Lohn und stellte dem Chef eine Zahlungfrist. Dieser reagierte nicht und ließ die Frist verstreichen.
Mit einer phantasievollen Aktion vor dem Backwerk machten die GewerkschafterInnen auf den Fall aufmerksam. Dabei verteilten sie Gutscheine von der Homepage von Backwerk an SympathisantInnen und Passanten. Die Rückseite der Gutscheine wurden mit gewerkschaftlicher Information bedruckt und machten zusätzlich auf den Fall aufmerksam. Die Gutscheine waren eine offizielle Backwerkaktion und nachdem schlussendlich ihre Annahme verweigert worden war kam es zu Diskussionen mit den KundInnen.

Nach erfolgreicher Aktion wurde ein gerichtliches Mahnverfahren gegen den Boss eingeleitet.

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