Mindestlohn ist für Münzer nur Polit-PR

Minijob BoomMitunter ist es interessant, zu hören was so aus der Gegenseite tönt.
Für Lobbyismus habe er keine Zeit, meint Christoph Münzer, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden (WIVB), im Unternehmerblättchen aus dem Chilli-Verlag business im Breisgau.
Er macht aber dann genau das:
Der Mindestlohn ist für den Vorstand der Schwarzwald AG, einem Zusammenschluss von 1002 Unternehmen der Region mit 185.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 37 Milliarden Euro, „nur Polit-PR“ und wer gegen TTIP und CETA protestiert, „sägt den Ast, auf dem wir alle sitzen“. Als ob der Kapitalismus nicht grundsätzlich alle Äste absägt auf dem wir gerade global sitzen. Oder um es mit Naomi Klein zu sagen: „In Frankfurt brennen ein paar Autos, ihr verbrennt den ganzen Planeten“.

PR ist es also, wenn nun in der Prekären Beschäftigungsmetropole (51.5% atypische Beschäftigungsverhältnisse) Freiburg im Breisgau, ja genau der mit den in Münchner Höhen getriebenen Mieten!, seit 3 Monaten nun ein Gesetzwerk besteht, das durchlöchert von Lobbyistenverbänden, eine minimale Lohnuntergrenze für Niedriglöhner festschreibt. 8.50€, zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel, Altersarmut von 40% der Bevölkerung vorprogrammiert.

PR also, das kommt ausgerechnet vom Chef der Münzer Zeitarbeit GmbH, einem Unternehmer der am prekären Beschäftigungssektor sehr gut verdient und dafür sorgt dass „seine“ Minilöhner gleich für zwei Bosse schuften dürfen, in dem er für seine „Vermittlung“ bis zu 160% der vergüteten Arbeitszeit vom Entleihbetrieb kassiert.

Insgesamt war sein Beitrag ein schönes, bigottes Beispiel für die Verfasstheit der aktuellen 2-Klassenarbeitsgesellschaft hierzulande und vor Ort.
Und die PR kann er sich ja dann in Zukunft sparen…

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